MÜCKES MIKRO-MEDIZIN "XL-Special Tropenmedizin mit Professor Dr. med. Tomas Jelinek"

Shownotes

Ein Ebola-Patient in der Berliner Charité. Tigermücken-Sichtungen in Köln und anderen Großstädten. Was vor wenigen Jahren noch wie eine verstörende Dystopie aus der Feder von Hollywoodautoren klang, wird mehr und mehr zur neuen deutschen Wirklichkeit. Doch wie real ist die Bedrohung durch tropische Erreger wie Dengue & Co. wirklich? Auch Martin und Daniel machen sich Sorgen und haben daher viele Fragen an ihren Gast, Professor Dr. Tomas Jelinek, den Medizinischen Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin.

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00:00:01:

00:00:11: Hello und herzlich willkommen zu einer besonderen Folge von Möckes Mikromedizin.

00:00:17: Mit einem Special, zu einem spannenden Thema, was wir in der Vergangenheit zwar schon angerissen haben aber heute mit einem ganz besonderen Gast.

00:00:24: ein wenig tiefer beleuchten wollen oder heller beleuchten, je nachdem.

00:00:30: Erst mal begrüße ich meinen lieben Freund Martin!

00:00:33: Hallo lieber Daniel und ich freue mich dass ich dich endlich mal wieder face-to-face sehe.

00:00:39: Ich weiß nicht ob mir die Nähe gut tut mit dir heute aber das werden wir ja im Laufe der Folge sehen.

00:00:46: Ja herausfinden.

00:00:47: Zumal wir euch auch über Infektionen sprechen.

00:00:49: Ich hoffe wir sind alle hier gesund und haben keine exotische Krankheit eingeschleppt.

00:00:55: Es ist ein spannendes Thema deshalb, weil letztlich wir über Erkrankungen sprechen die bisher in unseren Breitengraden tatsächlich noch selten sind.

00:01:06: Aber in ihren Herkunftsländern kann man sagen endemisch und auch wirklich teilweise sehr gravierende Folgen haben für die Bevölkerung wenn man dann zum Beispiel an Malaria denkt, wenn man an Dengue Fieber denkt Und viele andere Krankheiten.

00:01:20: Zika war vor allen Jahren auch mal ein Thema.

00:01:23: Durch Klimawandel, Globalisierung und wachsende Mobilität ist es leider so dass diese Krankheiten aber zunehmend auch in unserem Alltag ankommen.

00:01:34: Wir beschäftigen uns heute nämlich mit der Tropenmedizin und wir haben einen ganz besonderen Gast aus Berlin zugeschaltet.

00:01:44: das ist Professor Jelinek eine Chorifere auf dem Gebiet der Tropenedizin und Reisemedizin und Leiter des Berliner Zentrums für Reise- und Tropenmedizin.

00:01:54: Schönen guten Tag, Herr Professor Jalinek!

00:01:56: Wir freuen uns sehr.

00:01:58: Ja, schönen guten tag.

00:01:59: ich freue mich auch.

00:02:01: Herr Prof.

00:02:01: Jalineck Sie können das wahrscheinlich am besten?

00:02:03: Können sie uns einmal ganz kurz eine kleine Vorstellung machen wer sie sind und was sie genau am BCRT in Berlin machen?

00:02:14: Ja, kann ich gerne.

00:02:15: Die wichtigsten Eckpunkte haben Sie ja schon gegeben.

00:02:17: Ich bin Tropenmediziner, daneben auch noch Internist und Infektiologe und Reisemediziner.

00:02:23: Bin hier im BCAT der Chef und wir machen vor allen Dingen Reisenmedizin also beraten vor allenjenigen Reisen, die ins Ausland wollen vorsorglich mit dem Ziel dass sie nicht krank werden versorgen außerdem kranke die zurückkommen.

00:02:37: Optimalerweise sind das nicht dieselben, die wir vorher gesehen haben.

00:02:42: Dann machen wir hier einiges an Studien, insbesondere auch zu reisenmedizinisch relevanten Impfstoffe und malarier- und anderen Themen.

00:02:51: Und haben einen großen Schwerpunkt in der Parasitologie.

00:02:54: Also machen alles das, was die Trogmedizin ausmacht im Prinzip.

00:02:58: Ich mach das jetzt seit über dreißig Jahren das ganze Thema und muss sagen es mir immer noch viel Spaß macht und sehr lebendig ist, weil sich's ständig ändert.

00:03:07: Ja, das wäre auch ein ganz guter Zeitpunkt, nur einzuhaken.

00:03:11: Weil die sagen, es hat sich ja tatsächlich viel verändert in den letzten dreißig Jahren wahrscheinlich im Bereich der Tropenmedizin.

00:03:19: Ich könnte mir vorstellen, dass es früher wie Sie es gerade schon sagten vornehmlich Reiserückkehrer waren mit denen sie zu tun hatten.

00:03:26: mittlerweile gibt es ja als auch immer mehr lokale Vektoren.

00:03:32: können Sie dazu was sagen?

00:03:33: Auch wie das so in Ihrer eigenen Wahrnehmung gewesen ist und wie sich einfach dieser, ich nenne es jetzt mal in der Mangelung eines besseren Worts, dieser Trend.

00:03:43: Das ist halt Erkrankungen die bisher sehr selten hier aufgetreten sind oder hier Infektionen stattgefunden haben.

00:03:53: Infektionsgeschehen jetzt auch im Alltag immer mehr ihren Platz finden in Deutschland.

00:03:59: Das ist in der Tat so und das macht natürlich auch die Lebendigkeit aus, dass man da einfach ein bisschen hinterher sein muss.

00:04:05: Weil wir tatsächlich mit Überträgern zu tun haben, die es früher gar nicht gab in Europa.

00:04:12: Das betrifft vor allen Dingen Mücken also Stechensekten, die eingewandert sind Und dann ist natürlich die Welt auch viel mobiler geworden im Laufe der Jahrzehnte.

00:04:21: Wir sind global unheimlich unterwegs und Menschen sind ja selber auch unheimliche gute Vektoren, also sie sammeln das ein oder andere auf der Reise auf und bringen es mit.

00:04:33: Das hat auch deutlich zugenommen.

00:04:34: Die klassische Tropenmedizin so wie sie früher war, die eher parasitologisch orientiert war, gibt's eigentlich gar nicht mehr.

00:04:40: Jetzt haben wir vielmehr mit Sachen zu tun, hier hergebracht werden und dann hier zum Teil auch weiter übertragen werden.

00:04:49: Wie ist das denn, welche Infektionen werden denn in der Primärversorgung?

00:04:53: Also wenn wir jetzt in die Hausarztmedizin zum Beispiel gucken, derzeit am häufigsten übersehen weil sie noch nicht auf dem Radar von den Hausärzten sind.

00:05:03: Wenn

00:05:06: man jetzt speziell auf mein kleines Fach, also auf die Reiserückkehrer schaut.

00:05:10: Dann haben wir sicherlich geschafft über die Jahre die Malaria ziemlich sichtbar zu machen.

00:05:15: Also das wird zum Glück nicht mehr so oft übersehen.

00:05:18: Dass bei Fieber nach einer Reise in die Tropen danach geguckt wird.

00:05:22: aber es gibt halt ein ganzes Bündel anderer Erreger, die einfach nicht so bekannt sind.

00:05:28: Das sind z.B.

00:05:29: Viren wie dengi oder vichikungunja die früher praktisch nicht vorkamen und heute aber sehr säufig sind, tatsächlich viel häufiger als die Malaria bei Reiserückkehrern.

00:05:40: Und dann haben wir natürlich auch Erreger, die zum Teil schwer zu finden sind, wo man wirklich suchen muss, ein bisschen detektivisch ausdenken muss und die in der allgemeinheitlichen Sprechstunde halt auch so ein bisschen hinunterfallen sowie z.B.

00:05:54: Erregar, die im Darm sitzen, Giardia Lamblea, ein Parasit, der schwer zu findet ist ... Und

00:06:02: was würden Sie sagen, ab welchem Punkt sprechen wir denn offiziell?

00:06:04: nicht mehr von importierten Fällen sondern von einer Etablierung also eine Endemie hier bei uns in Deutschland.

00:06:12: Also gibt es diese Punkte schon?

00:06:14: Haben die da schon bei bestimmten Tropenerkrankungen?

00:06:18: Denki war ja ein gutes Beispiel gerade.

00:06:21: Ich glaube das gibt es zwei Hauptüberträger wenn ich richtig informiert bin.

00:06:25: Die Tigermücke und die West-Nielmücke heißt die glaube ich der andere Vektor.

00:06:31: Die Hauptüberträger sind Tigermücke, das ist eine Familie.

00:06:34: Da gibt's die asiatische Tigermücke, der ist der Robusteste Überträgern.

00:06:39: Der kommt auch mit Frostklar im Winter und das ist der, der Europa besiedelt hat.

00:06:44: Dann gibts die Gelbfiebermücke noch und ein paar kleinere, weniger wichtige Verwandte.

00:06:50: Asiatische Sumpfmücke

00:06:51: usw.,

00:06:52: die sind aber alle aus dieser Familie Tigermöcke.

00:06:56: Und die haben sich in Europa etabliert und können das auch übertragen.

00:07:00: Aber endemisch bedeutet ja, dass die Krankheit sich wirklich festgesetzt hat in einem Gebiet, in einem Land ... Da ist bei uns tatsächlich noch der Winter vor.

00:07:10: Dadurch wir einen langen Winter haben, indem die Mücken zumindest nicht aktiv sind, teilweise auch absterben, ist es so, dass sie den Rieger nicht lange halten können.

00:07:19: Im Moment ist es noch so, diese Krankheiten müssen jedes Jahr aufs Neue importiert werden.

00:07:25: Und dann in den warmen Monaten in Europa übertragen werden.

00:07:28: Das ist z.B.

00:07:29: ganz regelmäßig so in Frankreich, auch Spanien, Italien und wärmeren Ländern ... Wir hatten da bisher Glück.

00:07:35: Bei uns gibt es diese festen Übertragungen nicht.

00:07:38: Da warten wir eigentlich drauf, dass das passieren wird.

00:07:41: Aber es ist eben nicht endemisch, weil im Winter das wieder aufhört und verschwindet.

00:07:45: Es ist ja erst mal für den Moment eine gute Nachricht.

00:07:48: Also

00:07:49: d.h.,

00:07:49: wenn die Temperaturen müssten tatsächlich noch um einige steigen im Winter um den Mücken dann zu ermöglichen, auch zu überleben im Winter richtig.

00:08:00: Ja und weiter aktiv zu sein also das schaffen die selbst in Frankreich auch im Süden nicht.

00:08:06: Also dafür wird es auch der Mittelmeer-Winter im Norden des Mittelmeers noch zu kalt und das wird auch lange so bleiben.

00:08:12: Also feste Endemie ist bei uns oder Endemicität ist bei Uns nichts zu erwarten.

00:08:17: aber das ändert nix dran dass wir die Situation haben werden, dass im Frühjahr-Sommerherbst, wenn die Mücken aktiv sind, sehr wohl diese Viren übertragen werden können.

00:08:29: Da reicht ein Einziger, der zurückkehrt und die Viren in Blut hat, der von der falschen Mücke gestochen wird.

00:08:34: Dann fängt das an zu zirkulieren?

00:08:36: Die Person muss noch nicht mal Symptome zeigen wahrscheinlich.

00:08:39: Genau!

00:08:39: Das ist bei Dengi tatsächlich so, dass fast die Hälfte der Infizierten gar nichts merkt davon ... Das ist natürlich sehr im Sinne des Virus.

00:08:48: Als Erreger möchte ich ja eigentlich, dass mein Wirt möglichst durch die Gegend spaziert und möglichst vieles verbreitet.

00:08:53: Also in dem Fall viel gestochen wird von Nütten.

00:08:56: Genau das kann dann eben auch passieren.

00:08:58: Das ist das was man so ... In der Wahrnehmung gerade auch so durch Popkulturelle Phänomene wie Filme oder Outbreak damals, mit denen hofft man als Laia häufig falsch versteht.

00:09:09: Die Erkrankungen, eine sehr hohe Letalitätsrate haben und schnell zum Tode führen sind, im Sinne des Virus eigentlich ungünstig.

00:09:20: Weil dadurch der Radius auch der Verbreitung natürlich entsprechend klein ist.

00:09:24: Ich erinnere mich an den letzten Ausbruch von ... Na wie heißt das gleich?

00:09:31: Das ganz gruselige mit dem hemorragischen Fieber.

00:09:33: Egola.

00:09:34: Genau was dann glücklicherweise in den meisten Fällen wenn es natürlich auch furchtbar ist für die dortige Bevölkerung, aber relativ regional dann auch begrenzt bleibt.

00:09:45: Genau also für ein Erreger ist es eigentlich sehr ungeschickt sein wird so schnell umzubringen.

00:09:50: da ist Ebola tatsächlich epidemiologisch nicht so clever weil die Patienten am Anfang wenn sie sich infizieren noch gar nicht ansteckend sind.

00:10:00: Und dann, wenn sie so schnell krank werden, dass sie halt nicht mehr rumlaufen und sich deswegen tatsächlich schwer tun, viele Leute anzustecken.

00:10:07: Im Normalfall.

00:10:08: Ein großer Ausrutscher war dieser Ausbruch in Westafrika vor einigen Jahren, wo das eben doch zu einer größeren Ausbreitung kamen.

00:10:16: Aber das hatte eine Menge auch soziale Gründe, weil die Patienten wirklich versucht haben den staatlichen Strukturen zu entkommen durch die Bürgerkriege, die vorher da waren.

00:10:24: Das war ne ganz besondere Situation.

00:10:26: Ja ...

00:10:26: aber wie wahrscheinlich ist es denn, dass so eine Erkrankung dann auch in Europa irgendwann mal ankommt?

00:10:34: Also Einzelfälle können natürlich immer auftreten.

00:10:37: Dass ein Erkranter quasi noch ins Flugzeug schafft und hierhergeflogen wird, das ist ja immer wieder passiert.

00:10:43: Wir haben gelegentlich Fälle von Lassa oder Ebola, die nach Europa kommen.

00:10:48: Aber das sind eben wirklich Einzelfelle, die sehr schnell isoliert werden.

00:10:52: Da kommt es nicht zu einer Übertragung.

00:10:56: wenn es ganz dumm läuft auf einen anderen Menschen, aber das war's auch schon.

00:10:59: Das heißt diese Krankheiten spielen epidemiologisch überhaupt gar keine

00:11:03: Rolle.".

00:11:04: diese hochdramatischen, hemorragischen Fieber.

00:11:07: Was aber sehr wohl eine Rolle spielt sind halt viel leichter übertragbar.

00:11:10: Krankheiten, die man vielleicht am Anfang auch gar nicht so merkt wie zum Beispiel eben Denki.

00:11:13: Das hat ne große Erfolgskarriere hingelegt weltweit weil es eben so viele Asymptomatische gibt und weil die Mücke so adaptierbar ist an die Umwelt und sich überall ausbreitet.

00:11:24: Das ist total interessant!

00:11:25: Weil wie ist das denn bei den Reiserückkehrern?

00:11:27: Wenn man merkt da ist jemand jetzt im Flugzeug der ist auffällig, der entwickelt vielleicht starkes Fieber, er bricht vielleicht auch blutig oder sonst was.

00:11:39: Wie greifen denn da in Deutschland dann so Sicherheitsmechanismen?

00:11:43: Wissen Sie da was drüber?

00:11:44: Also ich hatte das begrenzte Vergnügen eine Zeit lang der Flughafenarzt für die Flughäfen Berlin zu sein und das ist genau der Job den man dann macht.

00:11:55: also im Flugzeug fällt jemand auf der eben krank ist, der Fieber hat und vielleicht blutlicher bricht.

00:12:03: Wo das Personal sagt, toppler, stimmt was nicht?

00:12:06: Und dann melden die das an den Flughafen, den sie anfliegen.

00:12:09: Dieser Flughaf muss dann entsprechende Kompetenz haben.

00:12:13: Es braucht eine entsprechende Isolationseinheit und entsprechendes Personal, die damit geübt sind, damit umgehen können.

00:12:18: Dann wird die Maschine, wenn sie landet quasi separat abgestellt auf dem Rollfeld ... Das Flughafen ist nicht personal an Bord.

00:12:29: Man schaut sich den fraglichen Patienten an, holt ihn optimalerweise auch raus und dann wird die ganze Maschine triagiert.

00:12:36: D.h.,

00:12:37: die werden alle natürlich identifiziert?

00:12:39: Wer ist das überhaupt?

00:12:40: Wo kann ich sie kontaktieren?

00:12:41: Und muss ich die vielleicht auch schon gleich isolieren oder nicht?

00:12:44: Je nachdem was ich glaube, was das sein könnte.

00:12:46: Also das ist ein ziemlicher Aufwand der dafür gedacht ist dass da nicht aus so einem Flugzeug plötzlich einen Ausbruch heraus entsteht.

00:12:53: Dafür gibt es aber gut etablierte Protokolle und zur Not auch Isolationsstationen in den größeren Zentren, in Deutschland.

00:13:00: In Berlin zum Beispiel und in anderen Hamburg

00:13:03: etc.,

00:13:03: wo man dann solche schon kranken Patienten entsprechend isolieren kann?

00:13:08: Gibt es in Fällen, in denen jetzt kein spezialisierter Flughafen angeflogen werden kann oder z.B.

00:13:15: auch in der Situation an der vielleicht die Besatzung dem Verlauf der Erkrankungen also dramatisch einstuft, dass halt zeitnahe Behandlungen notwendig erscheint.

00:13:28: Auch ein Protokoll, das dann der nächste mögliche Flughafen angeflogen werden kann, der über die entsprechenden Ressourcen und Kapazitäten verfügt.

00:13:39: Also das ist genau der Punkt.

00:13:40: Der Flughafen muss über die entsprechenden Ressourcen und Kapazitäten verfügen, sonst macht's keinen Sinn.

00:13:44: Das gilt im Übrigen nicht nur für Infektionskrankheiten an Bord sondern für alle medizinischen Notfälle.

00:13:49: Die Entscheidung trifft auch nicht das medizinische Personal an Bored oder am Flughaven, sondern erst mal der Flugzeugführer.

00:13:56: Er entscheidet wie sicher die ganze Geschichte auch die Landung ist für seine Maschine.

00:14:00: Und wenn sie gerade über ... keine Ahnung, Grönlands sind ... da eine Notfallhabende Medizinischen, da macht im Zweifelzweil mehr Sinn.

00:14:09: Noch zwei Stunden weiter zu fliehen bis sie in Europa sind als eben genug zwischenzulanden wo die Infrastruktur einfach nicht so gut ist.

00:14:17: also dann muss man... Einfach abwägen.

00:14:20: Wie gut ist die Struktur unter mir?

00:14:23: Macht es Sinn, da runterzugehen?

00:14:25: Bringt das dem Patienten was und uns etwas als Besatzung?

00:14:29: Und diese fraglichen infektiologischen Notfälle sind natürlich ... Das muss man klar sagen bei den Flughäfen nicht so beliebt.

00:14:36: Das macht viel Aufwand.

00:14:39: Wenn der Flugzeugführer beschließt, ich muss jetzt runter.

00:14:42: Der Flughafen hält die Kompetenz vor, dann wird das so sein.

00:14:46: Dann geht die Maschine halt runter.

00:14:49: Und wie würde man mit dem Menschen, dem Reisenden der diese Symptome zeigt in einem Flugzeug umgehen?

00:15:00: Also stellen wir das jetzt gerade vor.

00:15:02: Es kommt ja dann wahrscheinlich über Funk dieser Anfrage oder vielleicht sogar sowas wie Notruf.

00:15:08: Wir haben hier jemanden der zeigt Symptomen die sind nicht leicht sondern die haben schon irgendwie eine Dramatik.

00:15:16: Ist es dann in ihrer Zeit als Flughafenarzt auch wirklich so gewesen, dass sie, ich stelle mir das jetzt gerade so vor.

00:15:21: Dass Sie dann eine Schicht haben und dass die dann auch direkt mit dem Piloten in Verbindung treten?

00:15:28: Oder wie kann man sich das vorstellen?

00:15:30: wird der Patient im Flugzeug isoliert?

00:15:33: oder

00:15:35: Sie können sich eine Kabine leicht vorstellen, wir sind alle schon mal geflogen.

00:15:38: Da ist es natürlich extrem schwer jemand zu isolieren.

00:15:40: sie können ja nicht auf dem Klo einsperren.

00:15:42: also das ist schlichtweg kein Platz.

00:15:44: was man versuchen kann bei einer leeren oder halbleeren Maschine ist natürlich so einen gewissen Raum zu schaffen.

00:15:49: aber in der Realität ist es häufig so dass einfach die Maschinen voll besetzt ist und dann Und die Situation ist ja auch nicht ganz klar.

00:15:57: An Bord weiß man ja gar nicht genau, was los ist.

00:15:59: Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten über direkte Kommunikation mit medizinischen Zentralen.

00:16:05: Lufthansa hat das zum Beispiel sehr gut aufgebaut.

00:16:07: Das heißt wenn ein Borden Notfall ist dann können sie direkt in Kontakt treten und dann auch wirklich über entsprechende Diagnostik vielleicht sogar arbeiten.

00:16:19: andere Fluggesellschaften haben das nicht unbedingt.

00:16:21: Aber im Wesentlichen wird es sein, dass die Maschine erst mal runtergeht und dann die medizinische Versorgung stattfindet wenn die sicher am Boden sind alle.

00:16:30: Und dann kann man auch am ersten die Gruppen aufteilen von Passagieren, die Kontakt hatten solche, die ja keinen Kontakt hatten usw.

00:16:41: Und wie kann man sich dann die Diagnostik vorstellen?

00:16:44: Also die Maschines gelandet der Patient oder die Patientin ist in medizinischer Behandlung, da geht es ja wahrscheinlich auch um Zweifel auch um Geschwindigkeit.

00:16:55: Also wie steht das zum Beispiel dann um die Verfügbarkeit von Schnelltest?

00:16:59: Gibt es sowas oder eine spezialisierte Labor Diagnostik, die dann sofort greift?

00:17:06: Es gibt Schnelltests, allerdings nicht für diese sehr seltenen Krankheiten.

00:17:10: Wir reden hier über echte Colibries die extrem selten sind und dafür gibt's keine ... Also es gibt natürlich Diagnostik.

00:17:18: Heutzutage kann man mit PCR

00:17:20: z.B.,

00:17:21: das auch schnell nachweisen aber sie brauchen ein Labr davor.

00:17:25: Der Mücke fängt an zu husten?

00:17:27: Ja genau.

00:17:29: Ist schon kontagious.

00:17:30: Das ist

00:17:30: schon seit drei Wochen.

00:17:33: Sie hat gebracht aus dem Urlaub.

00:17:35: Möcke mit Husten, kein gutes Zeichen.

00:17:38: Typischerweise würde der Patient halt natürlich... Also das Erste ist ein diagnostischer Blick, der wird angeschaut und untersucht.

00:17:46: Dann hat man einen Eindruck ... Wenn man wirklich gefühlt hat, da ist was im Busch gefährlich sein könnte, dann kommt er über einen Krankentransport, der schon spezielle Isolation hat für den Patienten, kommt er in eine klinische Einrichtung, wo auch wieder isoliert wird.

00:18:03: Da kann man die Diagnostik laufen lassen.

00:18:06: Wäre das dann bei Ihnen in der Abteilung oder wird es über

00:18:10: die Charité?

00:18:11: Das wäre, hier in Berlin wäre das an der Charité.

00:18:13: Also diese Zentren sind natürlich nicht so wahnsinnig dicht gesehen weil das Vorhalten einfach auch sehr teuer ist.

00:18:19: Sie brauchen entsprechende Isolationsanheiten.

00:18:21: Es muss ja eine stationäre Einrichtung sein und wir haben ein Netzwerk in Deutschland etabliert in den Neunzigern alle Bereiche abdeckt, wo man dann entsprechend sieht.

00:18:34: Wo ist die nächste Isolationseinheit und wo kann man die Leute hinbringen?

00:18:37: Wenn so was wirklich ansteht.

00:18:38: Diese Einrichtungen werden zum Glück sehr selten benutzt aber müssen natürlich funktional sein.

00:18:44: das heißt wir müssen die immer aufhaben quasi sie müssen immer Personal haben dass mit den mit dem eigentlich drum umgehen kann und so weiter.

00:18:50: also das ist sehr teuer und deswegen gibt es nicht so wahnsinnig viele davon.

00:18:56: Würde man denn diese Kapazitäten ausrollen können?

00:18:58: Also wenn man sagt, okay da ist wirklich was, was sich jetzt verbreitet.

00:19:02: Ich erinnere mich dann etwas zum Jahr zwanzig mit Corona.

00:19:06: ja und da hatten wir schon mal das Problem aber das war jetzt nicht so vergleichbar wie mit Ebola.

00:19:12: oder

00:19:13: also zunächst einmal würden wir in Deutschland keinen Ebola-Ausbruch sehen.

00:19:18: Das ist total unwahrscheinlich.

00:19:20: Aber vielleicht

00:19:24: Weil einfach die Übertragung nicht funktioniert.

00:19:26: Corona ist ein gutes Beispiel für eine Sache, die sich schnell verbreitet war.

00:19:33: Es waren auch viele, die hatten keine oder nur so wenig Symptome und das ist immer das Problem.

00:19:37: Wenn sie viele haben, die es gar nicht merken, dass sie ansteckend sind, dann verbreite ich sowas wie Wildfeuer weil die weiter durch die Gegenspazieren.

00:19:44: Und genau das Gegenteil ist der Fall bei diesen tropischen hemorragischen Fugern.

00:19:49: Die sind ja total krank, die Leute laufen nicht durch die Gegend.

00:19:54: Es wird nie einen Massenanfall von Ebola-Patienten geben in Deutschland.

00:19:59: Das kann man sicher ausschließen.

00:20:01: Wenn jetzt wirklich mehr Betten gebraucht würden, könnte man das hochskalieren.

00:20:07: Man würde relativ schnell die Bundeswehr brauchen und die entsprechende Zelte hat.

00:20:11: hat sie zum Beispiel auch eingesetzt im ... während dieses Ausbruchs in Westafrika.

00:20:15: Da haben die so eine Einheit da aufgebaut, aber das werden dann schon Maßnahmen mit denen wir hier eigentlich gar nicht rechnen normalerweise.

00:20:23: Ist das auch ein Problem?

00:20:24: Also dass die Bevölkerung ganz unter... also ganz falsche Vorstellung eigentlich davon hat was für Bedrohungen es im Bereich der seltene tropischen Erkrankungen gibt.

00:20:35: Ich mein durch den spektakulären Verlauf von Ebola ich hatte vorhin ja auch schon Hollywood erwähnt wird ja auch eine Bedrohung eigentlich skizziert, die in der Realität gar nicht eintreffen wird.

00:20:52: Ist das ein Nachteil?

00:20:54: Weil man einfach realistischere Bedrohrungen unterschätzt!

00:20:59: Ja, das kann man schon so sehen.

00:21:00: Wenn sie natürlich ... Dagegen wirkt halt was wie Denki langweilig, wenn Sie so wollen.

00:21:05: Da sterben zu wenig Leute dran und auch nicht so dramatisch, um es mal ein bisschen überspitzt zu formulieren.

00:21:11: Wobei der

00:21:11: Spitzname Knochenbrecher-Fieber ja schon relativ spektakulär ist?

00:21:15: Das klingt ja nach Preisringen!

00:21:19: Und die Patienten, die sagen mir auch, Unisono wollen sie nie wieder erleben.

00:21:22: Die leiden schon ... Aber es ist natürlich eine andere Kategorie als ein Ebola-Fall, wo die Leute wirklich schwerste Symptome haben.

00:21:30: Das heißt, kinotauglich ist klar eher Ebola, das ist keine Frage und das macht auch bisschen die Wahrnehmung aus.

00:21:37: Wenn Sie dann mit Krankheiten kommen, die vielleicht häufig sind, wo Sie denken, da müsste man eher was tun?

00:21:42: vielleicht mal Mückenkontrolle in Berlin-Mitte und solche Sachen anfangen, dann wirkt das immer so ein bisschen langweilig.

00:21:48: Aber ist eigentlich die sinnvollere Maßnahme wenn man solche Krankheiten reduzieren will?

00:21:54: Ich verrate jetzt über ein kleines Garnis, wir haben ja auch schon das Vergnügen eines kurzen Vorgesprächs gehabt und da habe ich Ihnen eine Frage gestellt, die würde ich gerne nochmal wiederholen weil wir gerade über das Thema reden.

00:22:04: was ist denn Ihrer Einschätzung nach eigentlich?

00:22:07: Steve Jobs hätte gesagt the next big thing.

00:22:09: Also was ist denn wirklich eine Bedrohung, die Sie sehen über die man sich viel mehr Gedanken machen sollte als zum Beispiel über so unwahrscheinliche Ausbruchszenarien wie bei Ebola?

00:22:22: Also wenn wir jetzt wirklich im Rahmen globale Bedrohrungen denken das ist das was uns schon eine Weile umtreibt jetzt auch wieder in die Vogelgrippe weil das sind wirklich Viren von denen wir viel Respekt haben die Influencer vieren weil sie sich sehr schnell verändern Weil durch dieses Gemisch aus Virusbestandteilen, die aus Vögeln kommen.

00:22:42: Aus Schweinen kommen und Menschen kommen.

00:22:44: Da auch recht kritische Mutationen entstehen können.

00:22:50: da muss man schon näher hinschauen.

00:22:52: Und was ich mir wünschen würde, wäre, dass wir eine engere Zusammenarbeit zwischen Human- und Veterinärmedizin hinbekommen.

00:22:59: Da krankt's im Moment international noch etwas.

00:23:01: Wir schauen halt als Human-Mediziner immer auf unsere Patienten aber ganz häufig gehen diese Probleme los in Tierreich mal sogar bei Corona so.

00:23:11: Das kam ja auch von Tieren.

00:23:13: Gerade die Vogelgrippe sehen wir ... Da sehen wir die ersten Signale tatsächlich dann bei Tieren?

00:23:19: Diese Viren haben es geschafft, sich auf Säugetiere weiterzubewegen.

00:23:22: Wir hatten kranke Kühe und Katzen, Kranke Frettchen

00:23:26: usw.,

00:23:26: in den letzten Jahren.

00:23:28: Das macht uns schon Sorgen.

00:23:31: Genau dasselbe hätte ich Ihnen aber geantwortet, vor Corona-Kranken.

00:23:36: Wir warten schon eine ganze Weile, wenn sie so wollen auf dieses Problem der Vogelgrippe und haben deswegen auch nicht damit gerechnet, dass plötzlich aus der Corona-Ecke was kommen würde.

00:23:45: Aber hat Sie das überrascht?

00:23:46: dann?

00:23:46: Dass Sie als Corona da war, also ... Ja,

00:23:50: Corona hat mich überrasacht.

00:23:51: ja weil es war schon einfach was womit ich nicht gerechnet hatte.

00:23:58: Also, das ist eine Tröpfchen-Übertragenden-Infektion.

00:23:59: Das Thema ist klar, weil es einfach die leichteste und gefährlichste Übertragung.

00:24:04: Dass es jetzt gerade ein Corona-Virus sein würde hat mich überrascht.

00:24:08: Ich sitze ja da in der Ecke Heinzberg aktuell in Aachen.

00:24:12: Und das ist nachhaltig immer noch ... Die Karnevalsgesellschaft leidet heute doch unter dem Thema Corona?

00:24:19: Ja!

00:24:20: So als erste große Hotspot in Deutschland war's bei uns in der ecke gewesen Und deswegen hatten wir auch in Aachenjahr die ersten sehr schweren Fälle dann auch intensiv betreut.

00:24:33: Aber da war man nicht so richtig darauf vorbereitet, intensivmedizinisch bei uns.

00:24:40: Es war ein bisschen neues Krankheitsbild.

00:24:42: Also musst du ja erst mal lernen gerade in der Intensivmedizine.

00:24:45: also wie beatme ich die?

00:24:46: Wie behandle ich die?

00:24:48: auch die Gabe von Steroiden zum Beispiel zum richtigen Zeitpunkt das war bei dieser neuen Krankheit tatsächlich eine Lernkurve, die man erst hinlegen musste.

00:24:57: Ja, auch mit der Thema Beatmung, Winning und so weiter.

00:25:01: Dass man dann halt lernen musste wieder zu entwöhnen

00:25:04: usw.,

00:25:04: das ist ja ein Riesenthema gewesen was weltweit erst mal eine Lernkurve entwickeln musste.

00:25:12: Hat das Thema Corona weil wir von drüber sprachen über die Ressourcen die vorhanden sind?

00:25:18: Und auch über den Aufwand, den es bedeutet solche schwerwiegenden Erkrankung aus dem Bereich der Tropen zum Beispiel zu behandeln hat.

00:25:29: Der Corona-Virus, wenn wir jetzt z.B über die Bedrohungen durch Vogelgrippe reden das Gesundheitssystem ihrer Meinung nach resilienter gemacht?

00:25:38: Es sind wir besser darauf vorbereitet auf so eine neue Pandemie?

00:25:43: oder würden sie sagen Das ist wie ein Strohfeuer nach einem sehr dramatischen Verlauf eigentlich schon wieder in Vergessenheit geraten und alles ist wieder Genullt und zurückgefahren.

00:25:57: Ich könnte sagen, dass wir so viel daraus gelernt haben ... professionell routiniert und vielleicht auch ein bisschen ruhiger damit umgehen werden, aber ich fürchte das wird nicht so sein.

00:26:10: Also es ist ja ... Ich mein, das tägliche Leben ist immer auch ein Ringen um Ressourcen gerade im Gesundheitswesen und wir sehen natürlich schon dass das was man wenn man mit solchen Risiken wirklich rechnen würde vorhalten müsste, dass das natürlich auch gar nicht unbedingt geht.

00:26:24: Es gibt auch andere Prioritäten.

00:26:27: Das muss man ja sehen Und ich denke, dass es wahrscheinlich wieder sehr ähnlich laufen wird wie bei Corona.

00:26:34: Dass man so eine etwas aufgeregte Lernphase haben wird und dann allmählich dazu kommen wird, dass man reagiert.

00:26:44: Der Vorteil bei der Vogelgrippe wäre immerhin, dass wir schon Impfstoffe haben.

00:26:50: also wir kennen grundsätzlich das Thema Wir sind grundsätzlig schon zumindest was die Prävention angeht was die Impfung angeht da auch vorbereits gibt mehrere zugelassene Impfstoffen sofort einsetzen könnte.

00:27:04: Wir könnten hier ein sofortiges Abschgeling machen in der Produktion und hätten nicht erst das Problem, dass wir den Erreger kennenlernen müssen und dann eben Impfstoffe entwickeln müssen.

00:27:13: Was im Übrigen bei Corona sehr gut gelaufen ist.

00:27:16: Also es war ja fast Hollywood-Reif muss man sagen von der Zeitschiene.

00:27:21: Werden denn die Impfstoffer jetzt Richtung Vogelgrippe auch schon vorgehalten?

00:27:26: Dass man produziert halt spezifische Impfstoffen vorab für solche Risiko?

00:27:32: Da

00:27:32: gibt es keine Depots.

00:27:32: Es gibt Stimmen international, gerade bei WHO auch die sagen, es wäre nicht dumm was vorzuhalten.

00:27:41: aber da gibt's im Moment keinerlei Finanzierung schlichtweg von diesen von solchen Depots.

00:27:47: kann man sagen das ist generell bei seltenen Tropenkrankheiten da eine Vernachlässigung auch gibt oder auch das Vorhalten von Medikamenten gibt, weil der Markt ... Das klingt zynisch in Europa einfach zu klein ist.

00:28:02: Oder noch zu klein?

00:28:04: Das kann man schon sagen.

00:28:06: Das gilt für viele klassische Strobenkrankheiten.

00:28:09: In dem Fall wirklich Krankheiten die in armen Ländern vorkommen.

00:28:14: Weil der Markt nicht so wahnsinnig attraktiv ist.

00:28:17: Also muss man natürlich auch die Industrie ein Stück weit im Schutz nehmen.

00:28:20: Wir haben unsere Impfstoffentwicklung in die Industrie gegeben, also privatisiert.

00:28:27: Und das heißt natürlich auch, dass die ein Risiko eingehen mit ihrem Kapital und muss sich amotisieren.

00:28:35: Das ist unser System.

00:28:36: Neuem Impfstoff zu entwickeln zum Beispiel gegen Ebola, seltene aber schreckliche Drogenkrankheit kostet sie locker einen dreistelligen Millionenbetrag, locker.

00:28:47: Die Chance, dass Sie das Geld verlieren, ist bei der Entwicklung etwa fifty-fifty Also so, die Hälfte der Produkte, die man versucht zu entwickeln in dem Bereich klappt einfach nicht aus technischen Gründen und so weiter.

00:28:57: Es

00:28:58: ist ein großes Risiko ja das...

00:28:59: Und dann haben sie einen Impfstoff den Sie einsetzen können im Kongo.

00:29:04: Ja!

00:29:04: Und in Kamerun

00:29:06: usw.,

00:29:07: wo die Kaufkraft der Betroffenen einfach nicht groß ist.

00:29:11: Das heißt, sie brauchen irgendeine Art von Sponsor.

00:29:15: Der sagt das ist es uns trotzdem wert und der hat zum Beispiel bei Ebola ganz lange gefehlt haben.

00:29:20: wir wussten eigentlich dass bei diesen Viren die Impfstoffentwicklung nicht so kompliziert sein müsste aber es gab einfach keinen bereit was Risiko einzugehen bis nach dem Ausbruch in Westafrika wo dann die Blamage so groß war dass dann endlich die Gates Foundation insbesondere und andere Sponsoren eingesprungen sind und gesagt haben, okay wir finanzieren das.

00:29:41: Und jetzt haben wir Impfstoffe gegen Ebola.

00:29:43: Ah ok!

00:29:43: Das wusste ich zum Beispiel.

00:29:46: Ich würde gerne nochmal ganz kurz auf das Thema Dengue zurückkommen.

00:29:49: also ich habe in der Vorbereitung auf unsere Sendung unseren Podcast heute natürlich mich ein bisschen schlau gemacht und da fiel mir der Begriff kriptische Infektionen auf fand ich interessant, weil das war mir so bisher nicht klar.

00:30:05: Sie haben es aber eigentlich im Prinzip vorhin auch schon beschrieben.

00:30:08: also Es gibt einen Patienten der zeigt Symptome und die Infektionsquelle ist erst mal völlig unklar.

00:30:16: Das wäre jetzt zum Beispiel bei Denge.

00:30:18: könnte es sein bleiben wir mal bei ihrem Wirkungsgebiet als ein Patient der in Berlin an denger erkrankt War aber nie im Ausland war Wie würde man dann vorgehen, wenn man jetzt zum Beispiel im Flugzeug suchen und nach einer infizierten Mücke ganz blöd und leidhaft gefragt?

00:30:38: Oder was wären die Schritte um zu prüfen.

00:30:42: Wo kann sich dieser Mensch infiziert haben?

00:30:45: also wenn er keine Bluttransfusion bekommen hat und die Infektionskette wie gesagt erst mal kryptisch ist Gibt man da, wie die

00:30:52: Elektronik?

00:30:53: Man muss jemand auf die Idee kommen, dass das diese Krankheit sein könnte.

00:30:57: Das ist die erste Herausforderung und daran wird es erst mal auch kranken.

00:31:02: Wenn jemand in Berlin hier krank wird mit Fieber- und Liderschmerzen und der war nicht im Ausland, dann würde keiner denken, dass es Dengue sein könnte Und dann bleibt er wahrscheinlich nicht der einzige und da gibt es mehr von denen.

00:31:15: Irgendwann hat einer die schlaue Idee, lasst uns doch mal diese Tropenvierentesten und siehe dann in das Positiv.

00:31:21: Dann weiß man immerhin was Sache ist.

00:31:23: aber das kann dauern.

00:31:26: Je nachdem, wie schnell die Idee aufkommt, eine Weile dauern.

00:31:28: Das Problem auch bei der Malaria.

00:31:30: Es gibt ja immer mal Fälle von Flughafenmalarier.

00:31:33: Bei Leuten, die nie weg waren aber halt irgendwie in der Nähe des Frankfurter Flughafens zum Beispiel wurden.

00:31:40: Die sich dann plötzlich ne Malaria holen.

00:31:42: Die können vom Glück reden wenn da jemand auf die Idee kommt an entsprechend den Bluten ausstrich zu machen.

00:31:47: Ja oder bei Parasitärnerkrankungen wo es teilweise erst mal nach sechs Monaten oder einem Jahr Symptom kommt, das gibt's ja auch.

00:31:56: Das

00:31:57: gibt es auch und dann ist nicht einfach, was zu finden.

00:32:03: Dann würde man in der Tat Mücken suchen, also das haben wir schon gemacht.

00:32:06: Also wenn Sie jetzt einen Fall haben wo sie sagen da muss ich hier irgendwo das geholt haben und das kann nur durch Mücken sein, dann würde man tatsächlich losziehen Und Mücken fallen aufstellen und schauen, dass man rausfindet wo das herkommt.

00:32:21: Dann auch versuchen das zu kontrollieren.

00:32:24: Das ist mühsam aber durchaus so, dass es auch erfolgreich sein kann.

00:32:29: wenn sie eine ungefährere Vorstellung haben wie groß ist der Radius?

00:32:33: Der Mücken die infrage kommen und wo muss ich dann gucken welche Parks muss sich abklopfen usw.

00:32:39: Wie würde das denn in der Praxis aussehen.

00:32:41: also wer würde sich da noch die Suche machen?

00:32:46: Also in Berlin, und es wäre sonst auch so, wenn das die Gesundheitsämter, die bei solcher ... Die sind ja für die Ausbruchskontrolle der Bevölkerung zuständig.

00:32:56: Okay!

00:32:56: Und da gibt es durchaus auch Kollegen nicht in allen Gesundheitsämtern aber hier im Berliner Mitte haben wir zum Beispiel einen Kollegen, der sich da sehr engagiert, die dann speziell diese Geschichte mit Mücken fallen usw.

00:33:07: vorangetrieben haben.

00:33:08: Ah okay... Und das heißt, die Dinger gibt's.

00:33:11: Das gibt es kommerziell.

00:33:11: Die kann man kaufen diese Fallen und stellen sie dir halt da auf wo Sie glauben dass die Mücken brüten und dann lesen sie die Fallen aus und schauen nach was hab ich da eingefangen?

00:33:22: Sind die damit hier oben irgendwie bestückt mit Lackstoffen, Duftstoffe oder wie ...

00:33:28: Man kann das, es gibt verschiedene Technologien.

00:33:30: Manche haben elektrische Signale, manche haben Duftstoffe

00:33:34: etc.,

00:33:35: die die anlocken und dann halt auch wo sie abgetötet werden etc.

00:33:39: Das gibt's verschiedene Methoden.

00:33:41: Manches sind mit entsprechenden Substanzen innen drin behandelt damit sie dann auch sterben und ähnliches.

00:33:48: Da müssen Sie im Prinzip nur die Fallenauslesen auslesen.

00:33:50: Also das ist Handarbeit, also müssen Sie gucken was da drinnen.

00:33:55: Und ...

00:33:56: hat die Mücke

00:33:58: streifen.

00:33:59: Da müssen Sie gucken, sind in der Mücke die Viren drin?

00:34:02: Also müssen Sie entsprechend PCR machen und das so festzustellen.

00:34:07: Dann wüsste man okay, in dieser Gegend gibt's diese Problemmücken.

00:34:12: Und dann muss man hergehen und versuchen, die Mücken loszuwerden also sprühen.

00:34:16: Okay ich stelle mir gerade vor es muss ja irgendwann mal einen Tag gegeben haben an dem in Europa die erste Tigermücke gefunden wurde.

00:34:26: Und das muss ja wirklich in dem Moment erstmal so ein AHA-Erlebnis gewesen sein und auch vielleicht sogar so waschen kleiner Schock, gibt es da wirklich einen Ereignis an dem man das fest macht?

00:34:35: Wo man sagt... Da gab's eine Erkrankung, die wurde als Denke identifiziert, diagnostiziert und dann haben die Kollegen die entsprechenden dort vor Ort durch solche Fallen, die sozusagen ... Die erste in Europa gefundene Tigermücke gefunden.

00:34:56: Also tatsächlich war das so, dass wir die ersten Tigermücken überhaupt gar nicht bemerkt haben in Europa.

00:35:01: Das war in Italien und da.

00:35:05: es war so, als es im Jahr seven einen Ausbruch gab von vielbehaften Infektionen, massenhaftes Auftreten von Patienten im Nord- und Puebene Und das wurde dann sehr schnell als Dengifieber identifiziert.

00:35:20: Okay, wer ist da draufgekommen?

00:35:23: Was waren die Kollegen vor Ort?

00:35:24: Die haben halt dieses Massenauftreten von Patienten gesehen, diese alle ähnliche Symptome hatten.

00:35:31: Dengi kannte man ja natürlich schon aus dem Ausland und ... entsprechend den Test, die Tests gemacht und haben das nachgewiesen.

00:35:39: Und dann hat man geschaut wo kann das herkommen?

00:35:42: Und hat erstens gefunden dass die Poebene tatsächlich besiedelt worden war von Tigermöglichen was man vorher gar nicht realisiert hatte.

00:35:50: Es war nur im Nachhinein, wenn man die Lokalbevölkerung fragte.

00:35:53: War denen aufgefallen das es seit geraumer Zeit sehr lästige Mücken gab?

00:35:57: Die sehr viel Stachen, die vom Gefühl her vorher nicht da gewesen waren?

00:36:02: aber es war keinem aufgefallen dass das tatsächlich neue Mücken waren.

00:36:06: und Dann hat man auch herausgefunden wer denki dahingebracht hat.

00:36:10: das war nämlich ein reisender der Eingeflogen war er in die Poebene, ein Südchineser und der hat dann die Mücken vor Ort infiziert.

00:36:20: Er war selber gar nicht krank aber der hatte halt die Mücke angesteckt.

00:36:24: und dann gab es diesen Ausbruch.

00:36:26: Und da hat sich das weiter ausgebreitet, angefangen uns Sorgen zu machen und schließlich kam der Herbst- und Winter und dann war's vorbei weil die Möcken halt aufgehört haben zu stechen.

00:36:36: Man muss auch sagen, diese Tigermücken gab's früher auch schon in Europa.

00:36:42: Wir hatten zwischendurch waren wir die los aber in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts gab es zum Beispiel einen riesigen Ausbruch von Dengue in Albanien mit um die zwei Millionen Fällen.

00:36:52: so was und das?

00:36:54: da waren auch Tigermücken vorhanden.

00:36:56: Die sind nur zwischndurch verschwunden weil wir ganz viel getan haben gegen diese Mücken.

00:37:00: jetzt kommen sie halt wieder.

00:37:01: Wie kam das damals zustande?

00:37:02: Weil ich meine das war ja eine Zeit an der zum Beispiel Der Tourismus, die Globalisierung noch überhaupt nicht in der Form existierte?

00:37:10: Na

00:37:11: ja.

00:37:11: Damals hatten wir zum Beispiel auch Malaria noch in Europa.

00:37:16: Da waren viele Krankheiten, die wir heute als weit weg und Stropenkrankheiten ansehen.

00:37:22: Die waren gar nicht so weit weg.

00:37:24: Und kamen durchaus auch in Europa vor.

00:37:27: Malaria aus Italien ist erst in den Vierzigerjahren verschwunden.

00:37:31: Was ist denn mit dem Thema Chico-Gungya Fiber?

00:37:34: Sie hatten das ja vorhin kurz angesprochen.

00:37:37: Sehen wir oder werden wir wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch in Italien, Frankreich mehr solche Fälle sehen?

00:37:46: also ähnlich wie bei Denki?

00:37:48: Ja ganz sicher!

00:37:49: Also Chigungunya ist ein gutes Beispiel für einen Virus, das echt Karriere gemacht hat in seiner Verbreitung einfach weil die Vektoren schon da sind überall.

00:37:59: Als erstes haben sich die Chigamücken ausgebreitet und dann war Chigongunya dass es eigentlich nur auf ein paar Inselchen im indischen Ozean gab sonst nirgendwo.

00:38:09: Es war lange Zeit so ein Virus, mit dem haben wir ... das war Geheimwissen unter Tropenmediziner.

00:38:15: Chikungunia kannte einfach niemand sonst, weil es total selten war.

00:38:20: Und dann gab's plötzlich einen Ausbruch auf Reunion im Winter, zwei Tausend sechs.

00:38:27: Mhm.

00:38:27: Die hatten vorher auch eine Mückenplage.

00:38:29: Auch wie der Tigermücken, die sie ausgebreitet haben.

00:38:32: Dann hat irgendeiner Chikongunia wahrscheinlich von den Kommoren darüber gebracht.

00:38:36: Ganz klar ist das nicht.

00:38:37: Und dann war plötzlich die Hälfte der Insel krank mit diesem Thema.

00:38:44: Bei Chico Gunja ist es so, dass praktisch jeder erkrankt, der infiziert ist, anders als bei denki.

00:38:48: Die haben eine deutlich höhere Penetrans der Symptomatik und dann fing's an sich auszubreiten, weil er hat Tigermücken in ganz vielen Ländern vorkommen.

00:38:59: Drei, zehn, vierzehn hat sie es wirklich über ganz Asien, ganz Afrika und Lateinamerika Karibik ausgebreitet.

00:39:09: Und tritt seitdem in großen Ausbrüchen überall auf.

00:39:12: Wir hatten auch schon Ausbrücke in Italien

00:39:16: z.B.,

00:39:16: in Kroatien kleinere ... und auch Fälle in Frankreich.

00:39:22: Also das wird immer mal wieder auftreten mit Sicherheit.

00:39:27: Interessant, dass sich das dann ... so seinen Weg barnt, nachdem es eigentlich eine Zeit lang gar nicht gar keine Rolle gespielt hat.

00:39:35: Ich fände es toll wenn wir nochmal einen neuen deutschen kleinen Deep Dive machen würden.

00:39:39: ins Thema Denke.

00:39:42: Ich könnte mir vorstellen das ist da draußen den ein oder die ein oder andere noch gibt, die gar nicht so sich im Klaren darüber sind wie sich Denke eigentlich äußert also wie sich das klinisch präsentiert wird.

00:39:53: und was sind die Wahnsinnahl?

00:39:55: ich fand das gerade auch sehr spannend dass sie gesagt haben Das wäre jetzt eine Frage von mir.

00:39:59: Fühlt es sich anders an, von der Tigermücke gestochen zu werden als von einer heimischen Mücke?

00:40:07: Haben die irgendwie aggressiver?

00:40:10: Kann ich nicht behaupten.

00:40:12: Es ist aus eigener Erfahrung ... Das Erlebnis des Mückenstiches hängt wesentlich davon ab wie Sie darauf reagieren.

00:40:18: Also das ist erst mal ein fremd ... Körper quasi, also der Mussel, der in die Haut eindringt und dann werden fremde Substanzen, fremder Antigene... oder unter die Haut injiziert, und darauf reagiert der Mensch.

00:40:32: Da gibt es manche, die kriegen einen dicken Flatschen, der juckt und andere nicht so.

00:40:37: Es gibt viele, dass Tigermücken ... Die sagen, dass sie unangenehmer stechen würden.

00:40:41: Ich kann das nicht so bestätigen.

00:40:44: Auch die Patienten, die wir sehen, sagen jetzt nicht, da war eine ganz schlimme Mücke und ich weiß, ich hab Denki, also so ist das nicht.

00:40:50: Was Tigermücke ausseiten, ist, dass Sie gut angepasst sind an Menschen.

00:40:54: Die mögen uns, bzw.

00:40:56: das was wir mit der Umwelt machen, nämlich urbanisieren und Müllhalten anlegen und Dreck rumliegen lassen und Plastikflaschen und Autoreifen in denen ein bisschen Flüssigkeit ist weil da können die überall drin berüten Und weil wir halt die Welt urbanisierend.

00:41:11: mehr als die Hälfte der Menschheit lebt in Städten und meistens ins Lambs Ist das für diese Lücken einfach perfekt.

00:41:18: Deswegen haben sie sich überall ausgebreitet.

00:41:20: Dann kommen die Autoreifen vielleicht, die gebrauchten aus irgendeinem fernen Land oder die Tonentöpfe.

00:41:27: Die man irgendwie sich in Indien bestellt hat und da ist dann unter Umständen in so einem kleinen Schwabwasser ein paar Larven drin.

00:41:35: Genau.

00:41:35: Können

00:41:37: Sie einmal ganz kurz nochmal vielleicht skizzieren wie eine Denke-Infektion klassischerweise verläuft?

00:41:45: Es gibt ja unterschiedliche Fallaufformen.

00:41:47: also ich hatte von her gesagt Knochenbrecher-Fieber klingt ja jetzt wirklich sehr brachial, aber es gibt hier auch wie sie selber sagt ein leichtere Verlaufsform bzw.

00:41:58: da hatten wir gerade glaube ich den Vergleich gemacht zu.

00:42:03: war das das Fieber von dem wir gerade sprachen?

00:42:05: Das bei Denke gar nicht unbedingt überhaupt zum Ausbruch kommen sondern jeder Dritte hatte ich im Hinterkopf.

00:42:13: Also, bei dengy ist es relativ komplex.

00:42:15: Weil das sind vier verschiedene Viren, die nicht sehr eng miteinander verbannt sind und deswegen kann man dengy blöderweise viel mal kriegen.

00:42:22: Sonst ist es ja oft so, dass man eine Infektion durchmacht und dann hat man's halt geschafft.

00:42:28: Aber bei dengie nicht!

00:42:29: Und diese vier Verläufe können alle asymptomatisch sein?

00:42:33: Es kann sein, dass sie davon gar nichts mitkriegen und nur die Vier ne Weile in Blut haben und für Mücken ansteckend sind und verschwinden wieder ... Nicht schlecht für einen selber, aber es auch gut für die Viren.

00:42:45: Weil sie leicht weitergetragen werden.

00:42:47: Dann gibt's ... Das ist das Häufigste.

00:42:49: Das sind halt so unspezifische Symptomatik mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen ganz ausgeprägt.

00:42:55: Deswegen heißt das Ding eben auch Breckbohnfieber-Knochenbrecherfiebers.

00:42:59: Weil das wirklich weh tut als würden die Knochen brechen wenn man sich bewegt.

00:43:02: Das ist ziemlich gastig.

00:43:04: Und dann eben Hautausschlag und so eine allgemeine ausgeprägte ... Grip-Hale-Symptomatik.

00:43:12: Und dann gibt's, und das ist häufiger bei Leuten, die das zum zweiten oder dritten Mal kriegen ... Oder zum vierten Mal, gibt es auch die Gefahr, dass es zu Blutumstörungen kommen kann?

00:43:22: Dann gibts ein hemorragisches Fieber.

00:43:24: Das können wir gerne an der zweiten Infektion aufpräden.

00:43:27: Genau.

00:43:27: Es gibt's auch bei den ersten schon, wie wir mittlerweile wissen.

00:43:30: Aber häufig ist es mit der zweiten vor allen Dingen.

00:43:35: Und dieses hemorragische Fieber ist auch lebensgefährlich, deswegen sterben Menschen dran.

00:43:40: Vor allen Dingen betroffen sind in den Gebieten, wo viel Denke ist ... also in den Tropen da die Kinder, weil die halt in der Regel das dann das erste Mal durchmachen.

00:43:51: Die erwerben quasi diese Infektion in ihrer Kindheit und deswegen sehen wir da auch viele Komplikationen.

00:43:57: später.

00:43:57: als Erwachsene haben sie schon durchgemacht.

00:44:03: dieses breite Spektrum, das macht uns natürlich auch Probleme.

00:44:06: Weil wir ja mit einem Patienten vor uns haben nie genau wissen, wo geht denn das hin?

00:44:10: Also kann der jetzt bluten, kriegt er Probleme?

00:44:12: Ja nein!

00:44:13: Was müssen wir machen?

00:44:14: Kann es dann auch relativ schnell sich zuspitzen?

00:44:19: Die erste Phase nennt man ja glaube ich Fibrilephase wenn ich das richtig verstanden habe.

00:44:22: Das ist diese... also wenn die ersten Symptome auftreten Tag eins bis sieben.

00:44:26: Die kriegen halt ihr Fieber, ihre Abwehrreaktion.

00:44:28: Das ist eigentlich eine normale Abwehr- reaktion gegen ein Erreger, deren Blut ist, dass Sie einfach Ihre Temperatur hochfahren.

00:44:35: und typischerweise kriegt man auch Liderschmerzen, weil die entsprechenden Botenstoffe vom Immunsystem ausgeschüttet werden, die man dann halt spürt quasi.

00:44:43: Und dann gibt es ... Während man das Virus bekämpft kann's Komplikationen geben, die in Richtung dieser ausgeprägten Schmerzen oder einen Verlust der Bluttklettchen.

00:44:56: Gibt es diesen Spezifischen hinter den Augen, hab ich noch gelesen?

00:45:00: Ja.

00:45:01: Das haben auch viele ist aber kein ... Sie können nicht sagen du hast Schmerzen in den Augen gesagt, dass du denkst.

00:45:08: Es ist ein Ding, das viele haben ja.

00:45:10: Mir fiel das nur auf weil glücklicherweise in meinem Leben noch keinen einzigen Mal ... ... so ein Empfinden hatte, dass die Schmerzen hinter den Augen auftreten.

00:45:18: Und ich dachte jetzt vielleicht ist das irgendwie... Gibt es viele Erkrankungen?

00:45:23: Ja, ich spreche mit zwei Ärzten.

00:45:26: Deswegen bin ich bisher verschont geblieben.

00:45:29: Gibt's eine Temperatur, wenn das Fieber bei einer bestimmte Temperatur steigt, wo man genauer hingucken muss oder wo es dann wirklich auch... einen dramatischen Verlauf nehmen kann, dieses hemorragische Fieber.

00:45:42: Was ja wie sie sagten potenziell auch lebensgefährlich sein kann?

00:45:46: Also das ist ... Hemorrhagische Fiber ist gefährlich weil man bluten und verbluten kann es nicht gefährlich wegen der Fiebergomponente.

00:45:54: Die Höhe der Temperatur ist sehr sehr individuell.

00:45:58: Das einfach hängt davon ab wie stark der Mensch reagiert.

00:46:02: Das ist kein Predictor.

00:46:04: Wenn man mehr Fieber hat, heißt das nicht, dass es schlimmer verlaufen muss.

00:46:11: Das Hauptproblem ist oder das Hauptrisiko sind wirklich die Frage, wie ist der Flüssigkeitshaushalt bei diesem Kranken und wie ist die Blutungsneigung?

00:46:18: Darauf müssen wir achten.

00:46:19: Und das kommt auch mit ein bisschen Verzögerung gerne.

00:46:22: Also es kommt erst später nach dieser Akku-Phase, dass sie dann plötzlich Schwierigkeiten kriegen können.

00:46:27: Genau, das ist ja so die kritische Phase nach drei bis sieben Tagen mit der Entfieberung Abfall der Körpertemperatur dann und dass man halt auch dieses Kapilalexyndrom entwickelt.

00:46:38: Und

00:46:39: das Problem ist, dass wir halt kein spezifisches Therapeutikum haben.

00:46:43: Wir haben keine Medikamente, sie geben können was die dengi-viren jetzt zuverlässig bekämpft.

00:46:49: Es gibt jetzt Versuche aus Asien oder einen monokonalen Antikörper in Asien, denen die entwickelt haben der Schein zu funktionieren.

00:46:56: aber das sind alle erste Ansätze.

00:46:58: Das heißt man kann nur symptomatisch behandeln bedeutet man versucht es Fieber zu senken die Schmerzen zu bekämpfen und wenn die wirklich Probleme kriegen mit ihrer Kapilarpermeabilität also eben Flüssigkeitsverschiebungen ins Gewebe, Udeme kriegen oder sogar Blut.

00:47:14: Da muss man halt entsprechend nachschütten.

00:47:16: Also Blutplättchen geben oder Erythrozytten geben und was auch immer.

00:47:20: Und das ist natürlich eine aufwendige Therapie ...

00:47:23: Also Transfusion jetzt mal für mich Lein?

00:47:24: Zum Beispiel genau!

00:47:26: Dafür brauen sie entsprechend der klinische Einrichtung im Extremfall in Intensivstationen.

00:47:30: Jetzt können Sie sich vorstellen, denn Islam in Manila ist es nicht unbedingt eine Option.

00:47:36: Deswegen sterben die dran.

00:47:39: Was Sie jetzt gerade beschrieben haben, weil ich gerade hellhörig wurde als der Martin das Kapilalex-Syndrom erwähnte.

00:47:46: Das ist beschreibt diese Flüssigkeitsverlagung.

00:47:51: Also da sucht die Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe rein und sie haben dann Flüssigkeiten in Bereichen wo sie eigentlich in dieser Menge nicht hingehört also im Stimmfall in der Lunge und ähnliches.

00:48:03: Und das kann einem im schlimmsten Fall tatsächlich auch zu diesem Blutung führen.

00:48:09: Okay, das ist interessant.

00:48:11: Ich habe noch was gelesen – das klang fast schon poetisch – Inseln im Roten Meer!

00:48:18: Was ist das?

00:48:21: Unsere einer der sechstischen Kollegen neigen zum Teil zu sehr poetischem Ausdrücken in der Medizin.

00:48:27: Da kommt eben dieses Breakbone-Fever her und genau so dieses Islands In A Red Sea, das ist der Ausschlag, der beschrieben wird beim Dengue.

00:48:35: Also was ganz viele Patienten kriegen, ist ein Hautausschlag, den einfach ... ganz flächig, also bisschen wie eine allergische Reaktion aussieht.

00:48:42: Aber der hat innen drin weiße Flecken typischerweise.

00:48:46: Das sind diese Inseln im Roten Meer.

00:48:48: sehr malerisch beschrieben.

00:48:50: Ja, die haben... das ist alles so ein bisschen Charles Dickens, ne?

00:48:53: In die Richtung finde ich interessant.

00:48:56: Wenn man jetzt denge diagnostiziert und wir jetzt wissen dass es verschiedene Verlaufformen gibt ab wann muss denn ein Patient in die Klinik?

00:49:09: also wann ist wirklich die Redflex genau Redflax insbesondere auch in der Hausarztpraxis wenn Patienten kommt?

00:49:16: Also ist es das Anhalten der Erbrechenstacke Bauchschmerzen, also dass man halt auch so das Gefühl hat, dass man einen Hinweis auf eine Organbeteiligung hat oder auch Acetes.

00:49:27: Also Flüssigkeitsansammlung vielleicht in der Lunge im Bauchbereich?

00:49:31: Genau!

00:49:32: Man wird zu gefährlich, dass sagt sofort in die Klinik, das ist jetzt nicht mehr mit einem kalten Wadenwickel getan oder nem Zäpfchen.

00:49:43: Also so was wie ein Acetes, sprich Wasser im Bauch oder Wasser in der Lunge wäre natürlich immer einen Grund, dem Patient stationär aufzunehmen.

00:49:50: Das ist dann aber schon recht weit fortgeschritten.

00:49:51: Tatsächlich, was wir ganz früh machen, wenn die Patienten kommen und das ist ein ganz einfacher Test, dass wir einen Stauschlauchtest machen.

00:49:59: D.h.,

00:50:00: wir staunen den Arm venös, also wie beim Blutabnehmen, einem Stausschlauch.

00:50:05: Ein kleines bisschen länger als normal, vier bis fünf Minuten ... und gucken, ob die auf der Haut kleine punktförmige Blutungen kriegen.

00:50:16: Wenn Sie das bekommen, ist was nicht in Ordnung mit Ihrer Blutgerinnung?

00:50:20: Das sollte man einfach nicht haben, normalerweise.

00:50:23: D.h.,

00:50:23: die hamenden Probleme der Kapillardichte und mit ihrer Blutgerinnung.

00:50:27: Und das würde für uns vollkommen ausreichen um zu sagen hey Sie sollten sich besser in die Klinik legen weil wir wissen nicht was die nächsten Tage bringen und wir müssen sie beobachten.

00:50:36: Aber das wäre ja auch ein Punkt ... Sehr

00:50:38: günstiger Test den jeder machen kann.

00:50:40: Genau.

00:50:41: Also das ist ziemlich effektiv.

00:50:42: Für die Haushaltspraxis auch einen Tipp, um das dann nochmal nachzuvollziehen wenn man halt den Verdacht hat dass man das dann auch direkt in der Praxis durchführen kann.

00:50:53: Gibt es noch andere Symptome, die auf einen dramatischen Verlauf hinweisen können?

00:51:00: Naja Blutungszeichen, weiß ich, die Bluten aus der Nase, aus den Ohren ... Anal

00:51:08: etc.,

00:51:08: also das gehört sich ja alles nicht, sollte man nicht haben und das ist natürlich dann.

00:51:12: aber das ist quasi schon der zweite Schritt, das ist dann später.

00:51:17: Dann sollte man schauen, dass die natürlich auch stationär gehen.

00:51:20: Die Schmerzen sind oft sehr ausgeprägt aber nicht unbedingt Kriterium für eine stationäre Aufnahme.

00:51:25: also nur weil denen alles weh tut heißt es noch lange nicht das die Komplikationen kriegen werden.

00:51:31: Also das kann man sehr gut ambulant behandeln muss mal entsprechende Schmerzmittel geben.

00:51:37: Und wenn man jetzt Blut abnimmt und im Blutbild schaut, dann sieht man natürlich Veränderungen.

00:51:42: Auch das kann man sich wie die Blutplättchen anschauen.

00:51:45: Wenn sie natürlich dramatisch abfallen, ist es auch ein Zeichen, wo man drauf reagieren muss.

00:51:49: Gibt es so einen spezifischen Bewusstseinszustand, den man bei Denke-Infizierten feststellt?

00:51:57: Also sind die besonders lethargisch oder ... Ist das vergleichbar mit... Ich kenne das schon meinem Sohn, wann der Fieber hat, tendiert.

00:52:06: Der dazu natürlich nicht mehr mit dem Flick pflaggt sich durch die Wohnung zu bewegen, sondern eher ... Auch extreme Unruhe haben die teilweise.

00:52:14: Ist das so?

00:52:14: Also was Sie bei Denki vor allen Dingen haben wenn sie jetzt Symptome haben ist der Bewusstheitszustand wird dominiert von Schmerz.

00:52:23: Die stört das Fieber auch bei Weitem nicht so wie die Schmerzen diese haben.

00:52:26: Das ist eine Krankheit hier sehr... davon dominiert wird, dass denen wirklich alle Glieder wehtun.

00:52:31: Deswegen ja dieser dramatische Beinahme.

00:52:35: Aber das sie jetzt in irgendeiner Weise besonders eingetrübt werden oder besonders ... keine Ahnung, psychisch Effekte hätten kann man nicht sagen.

00:52:43: Die sind sehr beschäftigt mit sich und ihrem Körper.

00:52:46: Und sind zum Beispiel auch gar nicht begeistert, wenn ich mit der Idee vom Stauschlauchtest komme, weil es denen einfach sehr weh tut.

00:52:53: Sie haben ja viele Länder bereist.

00:52:56: mit der Tätigkeit Hatten Sie selber schon mal ... das Dengifieber?

00:53:03: So weit, ich weiß nicht.

00:53:04: Zumindest hatte ich nie Symptome.

00:53:05: Aber ich hatte tatsächlich Glück und hatte kein Ding.

00:53:09: Und andere Tropenerkrankungen also so Richtung Chikungui-Gunia oder anderen Infektionserkrankungen?

00:53:16: Also mein Erfolgsorgan auf Reisen ist ganz klar der Darm.

00:53:20: Da habe ich durchaus Themen mit.

00:53:22: Ich hatte auch gerne die Ruhe und solche Sachen.

00:53:25: Das war unangenehm genug aber Ich kann also weder behaupten, dass ich Malaria gehabt hätte noch, als ich die Gungunja gehabt hätte.

00:53:32: Weil ich bei Malaria auch immer brav meine Prophylaxe nehme.

00:53:35: Aber da am Ist ein Thema.

00:53:37: Also da habe ich glaube ich einiges an den Regeln durchgemacht mittlerweile.

00:53:41: Aber beim Menschen, die tatsächlich in die Tropen reisen ist ja die Wahrscheinlichkeit das man irgendetwas mitbringt nicht so gering, hab' ich gelesen?

00:53:52: Ja, das schenkt auf

00:53:53: mich

00:53:54: an.

00:53:54: Aber insgesamt also gerade wenn sie den da mit berücksichtigen also Durchfallerkrankungen dann haben wir schon eine sehr hohe Quote von Betroffenen.

00:54:02: Wir haben das mal in der Studie prospektiv angeschaut.

00:54:05: als einfach Leute die hier waren zur Beratung Haben wir danach verfolgt und einfach geschaut was was mit denen passiert jetzt im punkt of Gesundheit Und da hatten wir doch über vierzig Prozent Krankheit.

00:54:17: Also es fand ich ziemlich viel, ne?

00:54:18: Dafür dass die Leute ja eigentlich wegfahren um sich zu erholen und Spaß zu haben, fand ich vierzig Prozent Erkrankungen doch mehr als man vielleicht sich wünschen würde.

00:54:29: Teueres Vergnügen mit nicht besonders angenehmen Ausgang!

00:54:34: Was mich noch interessieren würde wenn wir jetzt davon sprechen das diese Population der Erreger, die wir in Europa haben, aber aus anderen Erdteilen stammen, wenn die irgendwann resistenter werden sollten.

00:54:46: Zum Beispiel durch eine Erhöhung der Temperatur oder auch einfach durch eine Anpassung.

00:54:52: Reicht denn eigentlich dann das was wir jetzt so an klassischen ja ich glaube Repalence ist das richtige Wort also wie man sich vielleicht auch schützen kann durch Kleidung?

00:55:01: Ist es noch zeitgemäß?

00:55:03: Ich erinnere mich daran dass man zum Beispiel wenn man in tropische Gebiete fährt Wobei ich nicht weiß, ob das Marketing ist oder tatsächlich sinnvoll.

00:55:11: Dass man dann ja auch darauf hingewiesen wird dass man vielleicht spezifische Kleidung sich kauft imprigenierte Kleidungen.

00:55:17: wie sieht es aus?

00:55:18: müssen wir da in Zukunft technologisch aufrüsten uns zu schützen?

00:55:24: Also im Moment haben wir ein ganz gutes Portfolio an Möglichkeiten die Stichrate zu reduzieren.

00:55:31: Sie werden es praktisch nie schaffen, die Stichrate auf den Hohl zu bringen.

00:55:34: Es wird immer eine Möcke durchkommen.

00:55:36: Sondern sie ziehen ganz Körperkondom an.

00:55:38: Aber ansonsten ist natürlich immer einer das schafft.

00:55:42: Der Punkt ist ja, dass man die Frequenz einfach runterdrückt und damit die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass einem was zugetragen werden kann.

00:55:49: Das kann man sehr gut machen, weil wir angesprochen haben, so Kleidung, die speziell behandelt ist in der Regel Permetrien drin.

00:55:56: Das ist ein Nervengift für Insekten Was aus Pflanzen gewonnen wird, was sehr effektiv ist.

00:56:04: Dann kann man sich die Haut einschmieren mit Repelenzien, die die Insekten abschrecken bzw deren Großwahrnehmung blockieren damit sie einen nicht so wahrnehmen.

00:56:13: Und da gibt's natürlich auch so das gute alte, altmodische Moskitonetz zum Beispiel.

00:56:18: Also wenn sie... Das ist nicht dumm weil es ist einfach im Weg und dann kommt die Mücke halt nicht durch fertig.

00:56:24: Oder man hat ein Zimmer wo nur Air Condition läuft oder die Fenster immer zu sind, wenn man das bevorzugt solche Sachen also da kann man viel tun.

00:56:33: Unsere Erfahrungen mit Insektiziden, also Substanzen, die in der Fläche ausgesprüht werden ist halt zweischneidig.

00:56:38: Weil erstens schädigen sie natürlich auch eine Menge Insekten, die eigentlich Gutes wollen oder Gutes tun und Zweitens werden die Mücken dagegen resistent im Laufe der Zeit.

00:56:46: Die gewöhnen sich natürlich an sowas.

00:56:48: Es gibt jetzt mittlerweile Versuche mit genetisch manipulierten Mückenpopulationen, die ausgesetzt werden, die dann unfurchtbar sind für ... wenn die entsprechend Sex haben mit dem Wildmücken oder auch mit Mücken, die mit bestimmten Bakterien infiziert worden sind.

00:57:04: Das finde ich total clever!

00:57:06: Tigermücken haben normalerweise keine Besiedlung mit bestimmtem Bakterium-Volbachien im Darm und am Darm an den Zählen müssen die Viren aber andocken damit sie aus dem Blut, das eingesaugt wurde über den Körper der Mücke in die Speicheldrüse kommen.

00:57:23: Und wenn Sie diese Mücken infizieren mit diesen Wolbachien, die es in anderen Mücken gibt.

00:57:28: Dann blockieren sie die Andockstellen für den Dengi-Mücken und dann können die nicht mehr übertragen.

00:57:33: Das fällt mir super tatsächlich.

00:57:35: Singapur hat das z.B.

00:57:38: durchexerziert.

00:57:39: Die haben in ihrem Stadtstaat diese Wolbachininfizierten ausgesetzt.

00:57:43: Klappt hervorragend!

00:57:43: Die haben die Infektionsratenung über ...

00:57:48: Hat das denn andere Nachteile jetzt?

00:57:50: Wenn man das so aussiedelt...

00:57:54: Es hängt davon ab, was sie aussiedeln.

00:57:57: Wenn Sie die infizierten Weibchen aussiedelten, gibt es keine Nachkommen.

00:58:05: Die Mückenpopulation bricht zusammen.

00:58:07: Was in den Augen der Menschen nicht unbedingt Verschlimmes ist ... kann es dann sein, dass andere Mücken kommen bzw.

00:58:14: es fehlt den Vögeln was zu fressen?

00:58:16: wie auch immer man kann aber wenn man nur wohl Bach infizierte Männchen aussetzt haben die schon nachkommen.

00:58:22: aber diese sind eben auch infiziert.

00:58:24: das heißt die Mückenpopulation bleibt stabil dafür ändert sich gar nichts.

00:58:28: aber die übertragen kein Denkefieber mehr ist aber viel kleiner Arbeit weil sie brauchen dann ein Labor wo Leute wirklich einzelne Mücken Händisch mit Pipetten, mit winzigfeinen Pipetten mit diesem Bakterien infizieren und dann diese Mücken aussetzen.

00:58:45: Also da waren sie eine Menge an Detailarbeiten.

00:58:50: Das klingt sehr aufwendig tatsächlich.

00:58:52: Damit ist meine Frage auch beantwortet.

00:58:55: nach dem... ökonomischen Voraussetzungen, weil ich jetzt gerade so das Gefühl hätte hey das wäre doch super.

00:59:01: Das kannte man noch wahrscheinlich wesentlich preiswerter Bewerkstelligen dass man auch dann an den Hotspots in den Ursprungsländern diese mit diesem Bakterium infizierten Mücken vielleicht aussiedelt.

00:59:11: aber das klingt nach sehr viel Arbeit und sehr viel Aufwand.

00:59:16: Es gibt einen Grund, warum das in Singapur gemacht wird und nicht den Manila zum Beispiel.

00:59:21: In Manila kriegen Sie im Moment ein Kopfgeld für Tigermücken.

00:59:24: also wenn sie eine Tigermücke abliefern dann kriegen sie einen peso, einen philippinischen peso bezahlt.

00:59:30: Das ist ausgesetzt worden von einer Konsortium was von der multimillionär gesteuert wird Und mit der Idee dass man an die Mücken einfach weg gefängt, wenn viele Leute Mücken sammeln gibt es weniger war ist aber total nach hinten los gegangen weil die leute dann natürlich angefangen haben die mücken bei sich zu Hause zur züchten um viel abliefern zu können und Dann wurde das eher mehr.

00:59:51: ich hatte gerade auch dieses total im ersten moment wirklich absurde diesen absurden gedanken.

00:59:56: tatsächlich weil man ja auch die menschliche dem menschlichen charakter so ein bisschen kennt.

01:00:06: Ja gut.

01:00:06: Ich meine es ist natürlich in einem sehr armen landen sehr einträgliche Geldquelle dann ab, also das ...

01:00:14: Ja.

01:00:14: Spannend!

01:00:14: Also ökonomisch das Effektivste, wenn Sie jetzt bei Denki das große Ausbruch verhindern wollen ist schlicht und ergreifend möglichst viele Leute zu impfen muss man sagen.

01:00:23: Impfungen sind einfach das Effektivste um Krankheiten zu reduzieren.

01:00:28: Mhm.

01:00:29: Und das ist auch eine Maßnahme, die halt zunehmend gemacht wird.

01:00:32: Also es sind ja Zunehmenden dabei Massenimpfkampagnen gegen Dengue zu fahren und das ist ganz klar auch was man favorisieren muss weil das am leichtesten umsetzbar ist und eben auch von der Kostennutzeneffektivität am besten läuft.

01:00:45: Profilaxes wahrscheinlich auch sowieso grundsätzlich immer besser als Therapie.

01:00:50: Wie ist das denn?

01:00:52: Wem steht diese Impfung zu, wird die übernommen in Deutschland bei bestimmten vulnerablen Gruppen dann.

01:01:00: Also wir haben ja in Deutschland eine sehr glückliche Situation seit einigen Jahren dass die meisten gesetzlichen Krankenkassen Reiseimpfungen freiwillig erstatten einfach um diesen Präventionsgedanken zu fordern was ich sehr gut finde.

01:01:14: Die müssten das ja nicht tun gesetzlich, aber die machen das eben freiwillig als Zusatzleistung.

01:01:21: Gut,

01:01:22: die Kosten sind der so zuhause

01:01:24: abendelnden?

01:01:24: Wenn die Reiseimpfungen erstatten, dann erstatten sie auch die Denge-Impfungen.

01:01:28: Das heißt reisende in Risikogebiete können sich vorher informieren und können sich auch impfen lassen.

01:01:33: Es gibt auch Länder zum Beispiel Indonesien, die rufen Touristen ganz aktiv dazu auf, Vor einer Reise zum Beispiel nach Bali gegen Denki zu impfen.

01:01:42: Also weil ja wir so viele Fälle haben auch bei Touristen, dass sie sagen macht halt was vorhin?

01:01:48: Ja das ist ja die Kehrseite der Medaille also es ist ja keine Einbahnstraße und das geht hier in beide Richtungen.

01:01:54: Das war ein sehr informatives, sehr spannendes Gespräch.

01:01:58: ich habe eine letzte Frage, die mich sehr interessiert Sie als Experte wenn zum Beispiel Studierenden oder auch Hausärzten, die schon niedergelassen sind einen persönlichen Rat geben könnten.

01:02:18: Was ist die eine Sache, die jeder Hausarzt heute über Tropenmedizin wissen sollte?

01:02:25: Die in keinem Standard-Lehrbuch von vor vielleicht zwanzig Jahren oder fünfzehn Jahren stand oder steht?

01:02:35: Wie kann man die jetzt aktiven Allgemeinmediziner und die neue Generation von allgemeinen Medizinern sensibilisieren.

01:02:48: Also es ist keine einfache Frage, was ist die eine Sache?

01:02:51: Was es vor zwanzig Jahren nicht gab waren eben diese Virusinfektionen mit denen wir uns jetzt rumschlagen.

01:02:59: Vor zwanziger Jahren haben wir gesagt wenn ein Patient mit Fieber kommt in deine Sprechstunde und der war im Ausland denkt bitte daran dass es Malaria sein könnte.

01:03:07: Das sind wie mit den Zebraten.

01:03:08: Man heilt

01:03:08: froh wenn das gemacht wurde.

01:03:10: Heute ist es so, dass bei einem vielbehaften Reiserückkehrer viel eher Chikungunya oder dengi ist.

01:03:18: Und daran sollte man halt denken und das war vor zwanzig Jahren einfach gar kein Thema.

01:03:23: Sind Sie der Meinung, dass das im Studium der humanen Medizin heute auch noch zu kurz kommt?

01:03:31: Weil ich ja mit Martin häufig über seltene Erkrankungen und andere seltenen Erkranken spreche ... Dass das natürlich aufgrund der Seltenheit ... ins Hintertreffen gerät, dass da so ein Blindspot ist?

01:03:42: Ist das bei den Truppenerkrankungen wahrscheinlich ähnlich oder?

01:03:46: Also das sagt jetzt natürlich jeder Experte von seinem Fach.

01:03:49: Dass es im Studium zu gering behandelt wird.

01:03:51: Das ist ja ganz klar!

01:03:53: Wenn man jetzt ehrlich ist, wenn man sich die Falle Zahlen anschaut... und andere Krankheiten, die wir haben.

01:03:59: Dann finde ich schon, dass man sich im Studium vor allem mit den Dingen beschäftigen sollte, die wirklich häufig sind, also Diabetes zum Beispiel.

01:04:07: Ich hab das große Privileg, dass ich ein wirklich cooles Fach habe, finde ich.

01:04:11: Also Trobene ziehen macht unheimlich Spaß!

01:04:13: Und wir haben den großen Vorteil, dass wir meist heilen können.

01:04:17: Wir müssen rausfinden was es ist.

01:04:18: Wir haben wenig Probleme Studenten für uns zu begeistern.

01:04:22: Es gibt ja viele auch Wahlpflichtangebote, Tropenmedizin

01:04:25: usw.,

01:04:26: also das wird schon wahrgenommen.

01:04:28: Also der Faktor Happy End spielt da eine Rolle?

01:04:30: Dass man

01:04:31: Kludierende

01:04:31: mit dem Medialismus abrollt ... Aber trotzdem hat ja auch ein Nachwuchsproblem.

01:04:39: Unser Reisemedizine bei uns in Aachen sagt ja immer auch so was den akademischen Bereich angeht, ist das noch ein bisschen ... oder ist es wieder in den Hintertreffen geraten?

01:04:52: Na ja.

01:04:52: Wir haben halt auf wenig Weiterbildungsstellen in Deutschland.

01:04:55: Es wird immer ein kleines Fach sein und nicht an jeder Uni vertreten.

01:04:59: Das ist ganz klar.

01:05:00: Das geht einfach auch nicht realistisch.

01:05:03: Aber die Wahrnehmung finde ich... Also gerade wenn man die Infektiologie noch dazu nimmt, also Infektions- und Tropenmedizin ist schon unheimlich gewachsen über die dreißig Jahre, die ich jetzt überblicken kann.

01:05:14: Früher haben sie uns ausgelacht, wenn wir mit Reisemedizin und Prävention kamen, da sagte jeder was wollt ihr denn?

01:05:19: Das ist nicht wichtig!

01:05:21: Jetzt gibt's die Reaktion nicht mehr.

01:05:23: also es wird schon sehr wahrgenommen dass das ein sehr wohlem Thema ist und dass man auch entsprechend das unterstützen kann.

01:05:30: Also das hat sich deutlich verbessert bis hin zum Facharzt für Infektionskrankheiten den wir haben.

01:05:35: Den war früher auch nicht.

01:05:38: Also, was mir weh tut ist im Studium kommt die Impfprävention viel zu kurz.

01:05:43: Das meint gar nicht mal so sehr die exotischen Sachen wie einfach auch die Impfung, die wir in Deutschland anwenden und das merkt man sehr deutlich.

01:05:50: Wir haben wirklich schlechte Impfquoten gerade bei Erwachsenen in Deutschland.

01:05:55: Das liegt schon auch daran, dass wir das im Studium viel zu wenig vermitteln den jungen Ärzten.

01:06:00: Dass es einfach eine wichtige und sehr effektive Maßnahme ist.

01:06:03: Also wie haben das integriert bei uns in dem gemeinsmedizinischen Korrektum?

01:06:08: Und legen da sehr viel Wert drauf.

01:06:09: aber sie haben recht!

01:06:11: Das war in den letzten Jahren sehr wenig... ...und es wird ja immer wichtiger einfach, dass es wirklich vernachlässig ist.

01:06:19: Ketzerische Frage meinerseits.

01:06:20: Liegt es vielleicht auch daran das Ärztinnen- und Ärzte lieber behandeln als

01:06:24: vorzusorgen?!

01:06:26: Kezirische Frage, ja.

01:06:29: Also so sehen wir trainiert.

01:06:30: So werden wir ausgebildet, dass wir Diagnose- und Therapiedenken.

01:06:34: Und wenn sich ... Ich mein das geht in alle Details bis hin die Gebührenordnung für Ärzte, die überhaupt keine Präventionsziffern hat?

01:06:41: Es ist schlichtweg nicht vorgesehen, dass man Vorsorgemaßnahmen abbrechen kann in der GOA, die noch gültig ist.

01:06:48: Da merkt man schon, dass der Blickwinkel ein anderer ist.

01:06:51: Das gilt auch eigentlich für alle medizinischen Fachdisziplinen, also sie hatten ja Diabetes erwähnt.

01:07:00: Das ist auch zum Beispiel eine Erkrankung wo man ganz viel prophylaktisch tun kann um die zu verhindern oder auch im Frühstadium einfach präventiv zu behandeln.

01:07:13: Ja spannendes Thema.

01:07:14: vielen vielen Dank.

01:07:16: was bei mir auch noch hängen geblieben ist vielleicht auch nochmal als Abschluss das fand ich spannend weil es hat mich auch normalen die Gespräche nicht mit Martin Mücker häufig führe erinnert, dass sie auch nochmal wie ich finde vollkommen zurecht eingefordert haben das vielmehr Kommunikation also interdisziplinäre multidisziplinär kommunikation stattfinden sollte gerade auch zwischen humanen medizinern veterinären aber ich weiß nicht vielleicht sogar auch klimaforschern.

01:07:41: fragezeichen dass man einfach noch mal die entwicklung des klimas mit einbezieht und und und einfach so einen ja umfassenden geopolitischen Blick darauf hat auf diese Phänomene.

01:07:55: Das fand ich irgendwie wichtig und ...

01:07:57: Das ist natürlich auch das Thema der Zeit jetzt, also wir haben zunehmend bei Konferenzen laden wie ja auch tatsächlich Klimaforscher ein gerade im Bereich der Truppen- und Reisemedizin weil wir natürlich schon auch diese Perspektive sehen dass Klimaveränderungen natürlich uns unser Feld auch unmittelbar betreffen werden.

01:08:16: Also es ist dann ...

01:08:18: Ja und ganz handfest vielleicht sogar künftige Pandemien jetzt auch mal wieder sehr idealistisch gesprochen, vielleicht sogar verhindern können oder auch Ausbrüche seltener Infektionen.

01:08:30: Wenn man da einfach mit einem weiteren Horizont und einer Größe von Transparenz dem Thema begegnet.

01:08:38: Vielen Dank Herr Prof.

01:08:40: Jalinek!

01:08:40: Das war sehr, sehr spannend und viel mitgenommen.

01:08:44: ja und tatsächlich wesentlich.

01:08:48: dieser Diebdive hat mir gut gefallen weil trotz der Recherche dann natürlich aus Ihre Erfahrungen noch mal ganz ... neue Aspekte auch hervorgetreten sind.

01:08:59: Vielen Dank dafür!

01:09:01: War mir ein bisschen nünend...

01:09:03: Dann wünsche ich Ihnen einen schönen Tag, vielen Dank und vielleicht sehen oder hören wir uns bald nochmal wieder.

01:09:10: Würde mich freuen!

01:09:10: Schöne Grüße nach Berlin!

01:09:12: Danke sehr und schöne Grüße in Köln!

01:09:14: Tschüss!

01:09:17: Sie hörten Mückens Mikromedizin Eine Produktion von DVR In Zusammenarbeit mit Takeda.